Infotagung über die Tollwut

Tollwut - Gefahren und Vorbeugungsmaßnahmen, so lautete der Titel einer Informationsveranstaltung, die am 24. März in Percha veranstaltet wurde.
Eingeladen waren Revierleiter, Jäger, Hundeführer, Landwirte, aber auch die interessierte Bevölkerung. Die Veranstaltung war vom Südtiroler Jagdverband zusammen mit dem tierärztlichen Dienst des Landes und dem Amt für Jagd und Fischerei organisiert worden.
Dr. Ernst Stifter referierte über die Krankheit und über die aktuelle Tollwutwelle. Jährlich sterben immer noch weltweit 55.000 Menschen an Tollwut, alle zehn Minuten steckt sich ein Mensch mit dieser tödlich verlaufenden Krankheit an. Die Verbreitungskarte der Tollwut zeigt, dass bislang weltweit nur ein geringer Teil der Länder tollwutfrei ist. Der ganze osteuropäische Raum gilt als Tollwutgebiet, und von dort drängt die Krankheit nach Westen vor. Die aktuelle Tollwutwelle in Norditalien ist über Kroatien und Slowenien ins Friaul eingedrungen. Dort wurde die Krankheit offensichtlich zu wenig überwacht, sodass im November des vergangenen Jahres plötzlich im Veneto, vor allem in der Provinz Belluno, Krankheitsfälle aufgetreten sind. Seither sind in Italien fast 160 Fälle nachgewiesen worden, die meisten davon in Belluno, zum Teil auch knapp an der Grenze zu Südtirol, und letzthin sind drei Fälle in der Nachbarprovinz Trient aufgetreten. Einen Tollwutfall gab es knapp hinter dem Karerpass, 5 Kilometer von der Landesgrenze entfernt.
Dr. Stifter berichtete von der großangelegten Impfaktion, bei welcher das Amt für Jagd und Fischerei wesentlich mitgeholfen hat. Er wies die Hundebesitzer darauf hin, dass alle Hunde Südtirols geimpft werden müssen, und berichtete auch von den Impfaktionen der Nutztiere, welche im Grenzgebiet zwischen Südtirol, Belluno und Trentino gealpt werden.
Auf die notwendige Zusammenarbeit zwischen Jägerschaft, Landwirten und tierärztlichem Dienst hatte zu Beginn der Veranstaltung der zuständige Landesrat Hans Berger hingewiesen. Man sei mit größter Verantwortung die Sache angegangen, nicht nur wegen der Wild- und Haustiere, die von der Tollwut betroffen werden können, sondern vor allem aus Sorge um die menschliche Gesundheit.
Zur Zusammenarbeit rief auch der Ressortchef des Landeshauptmanns Dr. Heinrich Holzer auf. Holzer versicherte, dass seitens des Landeshauptmanns die jagdlichen Maßnahmen zur Bekämpfung der Tollwut gefördert würden.
Das zweite Referat hielt der Direktor des Amtes für Jagd und Fischerei Dr. Heinrich Erhard. Er zeigte den rechtlichen Rahmen auf, innerhalb welchem sich die Behörde bewegen könne, und gab sich überzeugt, dass eine umsichtige Wildbewirtschaftung immer das beste Mittel sei, drohenden Krankheiten innerhalb der Wildbestände zu begegnen.
In der anschließenden Diskussion meldeten sich vor allem Jäger zu Wort, welche genauer wissen wollten, warum die Jagd mit Hunden im Impfgebiet eingeschränkt bzw. verboten werde, wo doch die Hunde sowieso bereits geimpft sind.
Die Referenten verwiesen auf die strengen Auflagen der entsprechenden Ministerialverordnungen.
Man werde sich jedenfalls bemühen, die Aufhebung der Einschränkung zu beantragen, sofern die Tollwut unter Kontrolle gebracht werden könne. Diesbezüglich eine Vorhersage zu treffen sei jedenfalls verfrüht. Der Präsident der Jagd- und Gebrauchshundevereinigung Peter Rubner meinte, ein Verbot der Brackenjagd könne die Tradition dieser schönen und urtümlichen Jagdart unterbrechen, und dies sei schade.
An der abschließenden Diskussionsrunde nahmen unter anderem auch der Bezirksjägermeister von Bruneck Gottfried Hopfgartner, der zuständige Koordinator des landesveterinärärztlichen Dienstes Dr. Andreas Fabi, der Landesrat für Landwirtschaft Hans Berger und der Obmannstellvertreter des Südtiroler Bauernbundes Viktor Peintner teil. Die Moderation hatte Heinrich Aukenthaler vom Südtiroler Jagdverband übernommen.




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