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Jagdversicherung 2015

  Jägerversicherung – ein Muss

Die Jagdausübung ist mit Risiken verbunden, auch für den Jäger selbst. Im langjährigen Schnitt verunglücken alle zwei Jahre drei Südtiroler Jagdausübende tödlich.
Aber nicht nur die Jäger selbst kommen bei der Jagdausübung zu Schaden. Im Schnitt kommen sechs Jagdhunde pro Jahr zu Tode. Neben dem schlimmstmöglichen Fall gibt es natürlich viel mehr Fälle, die glimpflicher ausgehen. An die zwanzig mehr oder weniger schwere Verletzungen werden jedes Jahr von unseren Mitgliedern der Versicherung gemeldet. Dazu kommen mehr als fünfzehn Haftpflichtfälle pro Jahr. Damit sind Schäden gemeint, für die der oder die Jagdausübenden verantwortlich gemacht werden. Allein für die Todesfälle zahlt für Inhaber der Silver-Polizze die Versicherung eine Summe von 100.000 Euro aus, 200.000 Euro sind es für jene, welche die Gold-Polizze abgeschlossen haben.
Die Versicherungsbedingungen und -leistungen sind, obwohl sie zusammengefasst auf dem Versicherungskärtchen aufscheinen, immer noch zu wenig bekannt. Deshalb hier noch einmal die Versicherungsbedingungen und Leistungen im Einzelnen.

Ist die Jägerversicherung zu teuer, was bietet sie, welche Garantien beinhaltet sie, was zahlt die Versicherung aus?
Wir sind diesen Fragen etwas nachgegangen, auch um die Jäger zu informieren, wie wichtig eine gute und möglichst allumfassende Versicherung für unsere Tätigkeit ist, die nicht frei von Risiken ist.
Unser Jagdgesetz schreibt vor, dass die Jäger haftpflicht- und unfallversichert sein müssen. Weil sich nicht jeder etwas darunter vorstellen kann, eine kurze Erläuterung.

Haftpflicht
Der Jäger/die Jägerin kann im Zuge seiner/ihrer Tätigkeit jemand anderem einen Schaden zufügen: ein unkontrollierter Schuss, eine ungewollte Verletzung einer anderen Person, die Beschädigung einer Sache. Was ist z.B., wenn eine Kugel eine Stromleitung trifft und diese dann beschädigt wird? Der Verursacher, in unserem Fall der Jäger, muss für den Schaden aufkommen.
Haftpflicht heißt, dass sich die Versicherung verpflichtet hat, für die Schäden, die der Jäger anrichtet, zu haften. Der schlimmste Fall: Eine außenstehende Person erleidet durch unsachgemäße Handhabung der Waffe eine tödliche Verletzung. Diese Eventualität ist nicht völlig ausgeschlossen.
Auch in unserem Land sind Fälle schwerer und sogar tödlicher Verletzung vorgekommen. Ist man in einem solchen Fall ausreichend versichert? Was passiert, wenn die Versicherungsdeckung nicht ausreicht? Dann würde auf das Eigentum des Versicherten zurückgegriffen. Um davor möglichst jeden Versicherten zu bewahren, beträgt die maximale Garantiesumme der Jägerversicherung 3.000.000 Euro (bei SILVER und bei GOLD). Im schlimmstmöglichen Fall haftet die Versicherung für Schäden bis zu 3.000.000 Euro pro Schadensfall. Es gibt ein Limit: 1.500.000 Euro (2.000.000 Euro bei GOLD) beträgt die maximale Auszahlung pro geschädigter Person, 750.000 Euro (1.500.000 Euro bei GOLD) wird maximal ausbezahlt für Schäden an Sachen oder an Tieren.

Unfallversicherung
Es kommt relativ oft vor, dass sich Jäger während der Jagdausübung oder während sie Dienste für das Revier erledigen, selbst verletzen: ein gebrochenes Bein, eine ausgerenkte Schulter, ein Sturz vom Hochsitz. Die Unfallversicherung kommt für bestimmte Folgen der Unfälle auf. Schlimmster Fall: Ein Jäger stürzt bei der Jagd selbst zu Tode oder erleidet aufgrund des Unfalls eine hundertprozentige Invalidität. In diesen Fällen wird der Höchstbetrag ausbezahlt. Das sind im Jahr 2014 100.000 Euro für SILVER- und 200.000 Euro für GOLD-Versicherung. Der italienische Jagdverband hat schon 2010 für eine Verschiebung der Maximalbeträge plädiert: Nahezu Verdoppelung der Haftpflichtgarantie, Reduzierung der Unfallmaximalsumme um circa 30%. Die Begründung liegt auf der Hand: Der Jäger soll vor Forderungen Dritter geschützt sein. Andererseits ist mit der neuen Konvention das Tagegeld bei Krankenhausaufenthalt oder Gipsverband etwas angehoben worden.

Tagegeld bei Gipsverband oder Krankenhausaufenthalt

Die Konvention sieht folgende Bedingungen im Falle eines Gipsverbandes oder eines Krankenhausaufenthaltes vor. Ein Versicherter, der infolge eines Jagdunfalls ins Krankenhaus muss, erhält ab dem sechsten Tag 30 Euro pro Tag ausbezahlt, zwischen dem 61. Tag und dem 90. Tag 40 Euro und vom 91. bis zum 120. Tag 50 Euro pro Tag. GOLD bietet 50, 70 und 100 Euro für die oben genannten Zeiträume an. Nach 120 Tagen wird kein Tagegeld mehr gewährt. Bei Gipsverband werden ab dem 6. Tag 30 Euro pro Tag ausbezahlt bis maximal 90 Tage bei SILVER und 50 Euro bei GOLD. Dieselbe Entschädigung wird ausbezahlt, wenn bei einer Gleidmaße eine Fraktur festgestellt wurde und diese anderweitig immobilisiert wird.

Zwei Versicherungen in einem Block
Die Versicherung, die der italienische Jagdverband ausgibt, gilt weltweit und beinhaltet beide Deckungen: die Unfall- und die Haftpflichtdeckung. Ausländische Jägerversicherungen bieten oft nur einen Haftpflichtteil an, weil in anderen Ländern die Unfallversicherung für die Jäger nicht gesetzlich verpflichtend ist. In Italien besteht hierzu eine etwas strengere rechtliche Situation: Jäger müssen auch unfallversichert sein.

Was tun im Unfall- oder Schadensfall?
Eine wichtige und eine wesentliche Leistung unseres Büros liegt darin, die Unfallberichte zu bearbeiten, weiterzuleiten und mit der Versicherungsgesellschaft die weiteren Kontakte zu pflegen, bis der Schaden ausbezahlt wird. Das ist oft mühsamer, als sich viele vorstellen können. Wir haben Schadensfälle bearbeitet, für welche Dutzende von Schreiben nötig waren. Denn manchmal sind die Geschädigten nicht mit dem ersten Angebot zufrieden. Bei Haftpflichtfällen beauftragen einzelne Geschädigte ihre Anwälte mit der Eintreibung des Schadens, und in solchen Fällen wird hin- und zurückgeschrieben, bis sich eine Lösung anbahnt, die beide Seiten zufriedenstellt. Im Rekordfall waren für die Bearbeitung eines einzelnen Falles 130 Interventionen, Schreiben, Anrufe, notwendig, das Ganze hat vier Jahre gedauert.

Achtung auf Verfallstermin
Laut den in Italien geltenden Bestimmungen verjähren Versicherungsleistungen für rechtzeitig gemeldete Unfälle, die nicht innerhalb eines Jahres abgeschlossen bzw. bezahlt sind, außer man unterbricht schriftlich den Verjährungstermin. Solche Unterbrechungsschreiben werden Jahr für Jahr notwendig, im letzten Jahr rund ein Dutzend Mal. Bei Haftpflicht-Schadensfällen beträgt die Verjährungsfrist drei Jahre.

Hilfe im Südtiroler Jagdverbandsbüro
Unser Büro steht allen Mitgliedern, welche über den Jagdverband versichert sind, zur Verfügung, den Fall bearbeiten zu helfen. Ein entsprechendes Formular wird zugesandt oder übergeben. Darin wird der Unfall oder Schadensfall beschrieben, wenn notwendig übersetzt, und wir leiten dann den Fall an die Auszahlungsabteilung der Versicherungsgesellschaft weiter. Oft gibt es Rückfragen, oft sind Erklärungen notwendig, oft sind Bestätigungen einzuholen, und oft können nur die Versicherten die Unterlagen besorgen, weil die Unterlagen den Privacy-Bestimmungen unterliegen.

Welche Tätigkeiten und Risiken fallen unter den Versicherungsschutz?

Auf der Rückseite des Versicherungskärtchens sind nur die wesentlichen Versicherungsbedingungen zusammengefasst. Die umfangreiche Polizze enthält die genauen Bestimmungen. Zu Beginn des Abschnitts über die Haftpflicht heißt es:
„Die Versicherung haftet für Schäden, welche unabsichtlich Dritten während der unten genannten Aktivitäten das ganze Jahr hindurch zugefügt werden, es müssen aber die genannten Aktivitäten zum Zeitpunkt des Schadensfalls auch erlaubt sein.“ Mit anderen Worten: Wer sich im März unerlaubterweise auf die Jagd begibt und dabei einen Schaden verursacht, ist nicht versichert, weil im März keine Jagdzeit herrscht. Wenn aber ein Dekret zu dieser Zeit eine bestimmte Jagd erlaubt, und der Schadensfall oder der Unfall trägt sich im Zuge dieser erlaubten Jagd zu, dann haftet die Versicherung.
Die Liste der versicherten Aktivitäten und Umstände lautet wie folgt:
Die Haftung greift, wenn es sich
- um Jagdausübung im Sinne der gesetzlichen Bestimmung handelt;
- wenn es sich um die Bejagung oder den erlaubten Fang von Wildtieren handelt;
- wenn der Schadensfall passiert, während auf autorisierten Schießständen Übungen oder Wettbewerbe durchgeführt werden, auch auf Flugschießständen, auch in Anlagen für die Wachtel- oder Fasanenjagd und grundsätzlich in all jenen Anlagen, wo eine sportlich-jagdliche oder Hundeliebhaber-jagdliche Veranstaltung stattfindet;
- im Zuge der Teilnahme an Hundewettbewerben oder Hundeausstellungen;
- wenn Hundeausbildungen in entsprechenden Zonen durchgeführt werden, auch wenn dabei Schusswaffen verwendet werden dürfen;
- wenn Giftschlangen aufgesucht, eingefangen oder getötet werden, sofern die zuständigen Stellen das Vorhandensein solcher Schlangen im betreffenden Gebiet bestätigen;
- während der Sportfischerei, die mit Angelruten mit Rollen oder jedenfalls mit Angelhaken ausgeübt wird, sofern die Tätigkeit im Rahmen der geltenden Gesetze und Verordnungen stattfindet;
- während der Jagd auf Beutegreifer, aber immer nur dann, wenn diese von den zuständigen Behörden erlaubt ist;
- während des Pilze- oder Trüffelsammelns;
- während Tätigkeiten, die für die Hege und für den Schutz des Wildes ausgeübt werden;
- während Zivilschutzeinsätzen, die vom italienischen Jagdverband veranstaltet werden;
- während Tätigkeiten zum Reinigen oder zur Wartung der Waffen, wobei die Waffen entladen sein müssen;
- während des Baus oder des Herrichtens von Jagdständen (capanni da caccia);
- während Tätigkeiten, die zur Umweltverbesserung dienen; - während des Anbringens von Begrenzungstafeln;
- während »ballistischer Prüfungen« (z.B. Einschießen von Gewehren);
- während der ermächtigten Nachsuche auf Wild, wobei der Hund für die Nachsuchentätigkeit geprüft sein muss und von der Vereinigung der Südtiroler Jagd- und Gebrauchshundeführer für die Nachsuchentätigkeit zugelassen sein muss und natürlich bei der besagten Vereinigung den Mitgliedsbeitrag eingezahlt haben muss.
Achtung, während eines etwaigen Krankenstands darf man auch nicht auf die Jagd gehen.

Ausdehnung des Begriffs »Drittpersonen«
Die geltende Versicherung legt eigens fest, dass als Drittpersonen auch der Ehepartner, die Eltern, die Söhne, die Geschwister oder jeder/jede andere Verwandte des Verursachers des Schadens angesehen werden. Was heißt dies? Von vielen Versicherungen werden die nächsten Verwandten von der Haftung ausgenommen. Ein Beispiel: Eine übliche Familienversicherung haftet, wenn ein Kind in einem fremden Haus eine Vase zerschlägt, sie haftet nicht, wenn das Kind im eigenen Haus die Vase der Eltern kaputtmacht. Bei der Jägerversicherung ist es anders: Wenn ein Jäger seinen Eltern, seinen Kindern, seinen Geschwistern einen Schaden zufügt, so haftet die Versicherung für diesen Schaden.

Pflichten des Versicherten im Schadensfall
Der Versicherte muss den Schaden melden, dazu gibt es ein eigenes Formular. Wie bereits gesagt, ist das Büro des Südtiroler Jagdverbandes bei der Meldung behilflich. Der Schadensfall muss innerhalb von fünfzehn Tagen dem zuständigen Jagdverbandsbüro schriftlich gemeldet werden, welches dann fünfzehn Tage Zeit hat, den Versicherungsfall weiterzuleiten. Im Todesfall oder wenn es sich um schwere Verletzungen handelt, muss der Unfall vorab der Versicherung telegrafisch gemeldet werden. Die Unfallmeldung muss, sofern möglich, vom Versicherten unterschrieben und vom Präsidenten oder Geschäftsführer des jeweiligen Landesjagdverbandes gegengezeichnet sein. Der Versicherte ist verpflichtet, auch später noch notwendige Angaben, Dokumente oder Gerichtsakten, die den Unfall betreffen, vorzulegen, welche zur Bearbeitung und zuletzt zur Auszahlung des Falles dienen.
Mitunter wissen die Angehörigen gar nichts von der Versicherungsdeckung. Als vor einigen Jahren ein Jäger beim Pilze sammeln tödlich abgestürzt war, erfuhren die Hinterbliebenen erst aufgrund der Nachfrage einer unserer Büromitarbeiterinnen von der anfallenden Versicherungssumme.

Bearbeitung der Fälle und Rechtsspesen

Die Versicherungsgesellschaft übernimmt die entsprechenden Spesen für den Versicherten sowohl, wenn es sich um außergerichtliche Verhandlungen handelt als auch, wenn es sich um Zivil- oder Strafverhandlungen handelt, aber nur, solange die Behandlung des Falles von Interesse ist. Sie kann Anwälte oder Fachleute einschalten und kann alle Rechte und Aktionen, die dem Versicherten zustehen, beanspruchen.
Die Versicherung haftet nicht für Anwalts- oder Sachverständigenspesen, wenn der Versicherte selbständig die vorausgehenden Aufträge erteilt hat.

Zusätzliche Leistungen für Jagdaufseher

Für jene Versicherten, die ein Jagdaufseherdekret besitzen, haftet die Versicherung auch für Risiken, die während der Fahrt im eigenen Aufsichtsbereich passieren.

Beträge Unfallversicherung
Im Todesfall erhalten die Erben bei der Tessera SILVER 100.000 Euro (Tessera GOLD 200.000 Euro) ausbezahlt, dieselbe Summe erhält bei bleibender hundertprozentiger Invalidität der Versicherte. Es wird ein Freibetrag von 5% für Beträge über 52.000 Euro abgezogen.
Wenn eine 50% Invalidität zurückbleibt, halbiert sich der ausbezahlte Betrag. Für die bleibende Invalidität gibt es folgende Berechnungsschlüssel und Bemessungssätze:
- 100%-ige Invalidität: Auszahlung des Gesamtbetrages;
- 70%-ige Invalidität liegt vor, wenn eine der oberen Gliedmaßen total ausfällt;
- 60% Invalidität: Totaler Verlust einer Hand und des Unterarms oder eines Beines oberhalb des Knies;
- 50%-ige Invalidität: Verlust eines Beins unterhalb des Knies;
- 40% Verlust eines Fußes;
- 19% Verlust des Daumens;
- 14% Verlust des Zeigefingers;
- 12% Verlust des kleinen Fingers;
- 8% Verlust des Mittel- oder Ringfingers;
- 5% Verlust der großen Zehe;
- 3% Verlust jeder anderen Zehe;
- 10% völliger Gehörverlust auf einem Ohr;
- 40% völliger Gehörverlust auf beiden Ohren;
- 30% Sehverlust auf einem Auge;
- 100% Sehverlust auf beiden Augen;
- 20% Verlust einer Niere;
- 10% Verlust der Milz;
- 30% Verlust der Stimme;
- 15% beidseitiger Nasenverschluss;
- 10% Folgen von Nackenverrenkungen mit Muskelkontraktion und folgender Einschränkung der Beweglichkeit von Kopf oder Hals;
- 5% Bruch des Steißbeines mit schmerzhafter Kallusbildung.
Die Liste ist nicht vollständig.

Schäden durch Hunde
Jäger, welche die »Versicherung mit Hund« genommen haben, sind auch gegen Schäden geschützt, welche der Hund anrichten könnte: Ein Tourist wird gebissen, muss ins Krankenhaus, ihm ist der Urlaub verdorben, er fordert die Vergütung direkter Schäden wie zerrissene Kleider, Wundversorgung, Krankenhausspesen usw. und beklagt auch den ausgefallenen Urlaub, also einen moralischen Schaden. Dieser Schaden wird quantifiziert und der Versicherung genannt.
Wer einen oder mehrere Jagdhunde führt und die zusätzliche Hundeversicherung beansprucht hat, ist für die Schäden, die ein Hund anrichtet, in gleichem Ausmaß haftpflichtversichert wie der Inhaber selbst, also bei SILVER und GOLD bis 3.000.000 Euro pro Schadensfall, 1.500.000 Euro pro Person und 750.000 Euro für Schäden an Sachen oder Tieren bei SILVER, bei GOLD 2.000.000 Euro beziehungsweise 1.500.000 Euro. Es versteht sich, dass der Hund am Unfalltag (und nicht erst nachher) regulär beim tierärztlichen Dienst eingetragen sein muss.
Beispiel: Der Hund tötet mehrere Schafe. Mit der Versicherung SILVER wird der nachgewiesene Schaden bis zu einer Maximalsumme von 750.000 Euro bezahlt.

Unfallversicherung für Hunde

Die Hunde sind auch unfallversichert, und zwar bis max. 1.100 Euro mit SILVER und 2.000 Euro mit GOLD. Die Tierarztspesen werden bis 160 Euro, nur bei der GOLD, vergütet. Die Unfallversicherung für Hunde greift während der Jagdzeit, wenn dem Hund Folgendes zustößt:
- Angriff von wildlebenden Huftieren, welche in Italien jagdbar sind;
- Giftschlangenbisse oder Insektenstiche;
- Vergiftung;
- Wenn Hunde von einem Fahrzeug angefahren werden;
- Ertrinken;
- Wenn Hunde in Schlingen oder Fallen geraten;
- Schnittwunden;
- Absturz in Schluchten oder Fels- oder Gletscherspalten;
- Beim Anfahren durch Fahrzeuge greift die Versicherung, wenn der Fahrzeuglenker nicht für den Unfall verantwortlich gemacht werden kann.
- Während der ermächtigten Nachsuche auf Wild, wobei der Hund für die Nachsuchentätigkeit geprüft sein muss und von der Vereinigung der Südtiroler Jagd- und Gebrauchshundeführer für die Nachsuchentätigkeit zugelassen sein muss und natürlich bei der besagten Vereinigung den Mitgliedsbeitrag eingezahlt haben muss.

Sonderregelung für Südtirol
Im Zuge der Verhandlungen ist erreicht worden, dass in Südtirol die Schweißhunde besser versichert sind, sofern deren Führer bei der Südtiroler Schweiß- und Gebrauchshundevereinigung eingeschrieben sind, und wenn der Hund als für die Schweißarbeit ermächtigt gilt. In diesem Fall wird bei Unfällen, die der Hund erleiden sollte, die höchstmögliche Versicherungssumme ausbezahlt.
Die Unfälle des Hundes müssen von einem Tierarzt bestätigt sein, auch der Tod eines verunfallten Hundes oder die Notwendigkeit, den Hund infolge des Unfalles einschläfern zu müssen, bedarf einer tierärztlichen Bestätigung. Die tierärztlichen Bescheinigungen müssen immer die Chipnummer des Hundes beinhalten.

Unfallhäufigkeit – erhöhtes Risiko
Die Versicherungsleistungen und -kosten waren – auch von unserer Seite – immer wieder Anlass für Nachfragen und Kritik und auch für das Einholen von Parallelangeboten.
Die lange Jagdzeit und die Fütterungspraktiken im Winter bringen es mit sich, dass die Versicherung mitunter über das ganze Jahr beansprucht werden kann und dass folglich auch mehr Schäden gemeldet werden und zu vergüten sind. Insbesondere unterscheidet sich unser Land von Rest­italien wegen der erhöhten Unfallgefahr im Berggebiet. So gab es im Jahr 2005 zwei tödliche Unfälle, im Jahr 2006 einen, im Jahr 2007 zwei, im Jahr 2008 und 2009 je einen, im Jahr 2010 wiederum zwei, im Jahr 2011 einen, im Jahr 2012 zwei und 2013 einen. Auch gibt es relativ viele Verletzungen und Schadensfälle. Insgesamt wurde in einzelnen Jahren von der Versicherungsgesellschaft wegen Jagdunfällen und Jagdhaftpflichtsfällen für unsere Mitglieder bis 100.000 Euro mehr ausbezahlt, als im betreffenden Jahr an Prämienzahlungen von Südtirols Jägern aufgebracht wurde.







Prämien müssen Leistungen decken
Keine Versicherung kann überleben, wenn der ausbezahlte Betrag auf Zeit und Dauer höher ist als die eingezahlten Prämien. Die Gesellschaften sind zwar schnell bereit, eine Versicherung abzuschließen, behalten sich aber eine Kündigung oder Neufestsetzung der Prämien vor, wenn sie feststellen, dass sie »draufzahlen«. Da die Südtiroler Jäger zusammen mit 300.000 weiteren Jägern des Staates versichert sind, fällt das Überschreiten der Einzahlungssumme in unserem Land nicht ins Gewicht. Das ist der Hauptgrund, weswegen es uns immer wieder als ratsam und geboten schien, mit der großen Masse der italienischen Jäger mitversichert zu sein. Denn die Häufigkeit der Schäden und Unfälle ist in unserem Land überdurchschnittlich hoch.

Mitgliedschaft beim italienischen Jagdverband

In Italien gilt der Abschluss einer Jägerversicherung auch gleichzeitig als Mitgliedschaft im entsprechenden Verband. All jene, die eine von der FIDC angebotene Versicherung beziehen, sind Mitglieder des italienischen Jagdverbandes. Das versetzt uns in die Lage, die Leistungen des italienischen Jagdverbandes beanspruchen zu können und, wenn es z.B. um die Neuformulierung von Staatsgesetzen geht, uns über den staatsweiten Jagdverband einzubringen.
Wenn heute im italienischen Rahmengesetz steht, dass in Südtirol und im Trentino in den Schutzgebieten auch Jäger mit den notwendigen Wildabschüssen betraut werden können, so ist das ganz allein durch eine entsprechende Intervention auf römischer Ebene möglich geworden. Der bei der Formulierung des Gesetzes beteiligte Parlaments­abgeordnete Michl Ebner hatte den Präsidenten der Gesetzgebungskommission Giacomo Rosini, der gleichzeitig Präsident des Jagdverbandes FIDC war, von dieser Notwendigkeit überzeugen können. In den anderen Regionen Italiens ist die Einbeziehung der Jäger gesetzlich nicht möglich. Zudem ergeben sich aus der Mitgliedschaft bei ein und demselben Verein steuerliche Erleichterungen, etwa, wenn jemand in einem anderen italienischen Jagdgebiet oder Revier auf die Jagd gehen möchte.

Schutz der Mitglieder und Interessensvertretung
Die Bemühungen unseres Jagdverbandes müssen lauten: Die eigenen Mitglieder bestmöglich vor Haftungen und Schäden zu schützen und die Gesamtinteressen unserer Südtiroler Jagd bestmöglich zu vertreten. Die Jägerversicherung des italienischen Jagdverbandes bietet uns das Instrument dazu.

  Zusätzliche Revierversicherung

Im Laufe der letzten Jahre ist vom Landesjagdausschuss beschlossen worden, die versicherungsmäßige Abdeckung der Reviere weiterhin zu verbessern. Diese Versicherung haftet für Beträge bis zu 3.000.000 Euro pro Schadensfall, bis zu 2.000.000 Euro pro Person, bis zu 2.000.000 Euro für Schäden an Sachen, gegenüber den Angestellten bis zu 2.000.000 Euro pro Schadensfall und bis zu 2.000.000 Euro pro Person.
Als versichert gilt der Südtiroler Jagdverband und alle Gruppen von Personen, die de facto oder de jure in Form von Vereinen oder Revieren dem Jagdverband angehören. Als versicherte Tätigkeiten sind beispielhaft und nicht ausschließend angeführt: Organisation von Veranstaltungen, von Festen, von Unterhaltungsveranstaltungen, auch Tanzveranstaltungen, von Umzügen, von Gedächtnisfeiern, einschließlich der Teilnahme an solchen Veranstaltungen, die von anderen organisiert werden, einschließlich des Aufstellens und Abbaus der notwendigen Strukturen, für die Organisation und Ausrichtung von Hegeschauen, für Prüfungen, Hundeausstellungen oder -veranstaltungen, Schießveranstaltungen, Schießübungen, Veranstaltungen in Verbindung mit der Wartung und der Führung von Reviereinrichtungen, für Einrichtungen für die Wildhege, für jagdliche Veranstaltungen, für Aufführungen oder Wettbewerbe von Jagdhornbläsern, für Jungjägerkurse, für Veranstaltungen im Zusammenhang mit dem Natur- oder Umweltschutz, für Initiativen von Säuberungsaktionen im Revier, für Studienreisen, für Veranstaltungen im Zusammenhang mit der jagdlichen Tradition, für Fortbildungsveranstaltungen über Jagd- und Tierschutzthemen und Wildhege, für Jagdmessen, für Tagungen und Seminare, für die jagdfachliche Weiterbildung, für Hubertusfeiern, für Jägertage, für die Veranstaltung von Preiswatten, für Kegelveranstaltungen und Biathlonveranstaltung für Jäger, für die Verabreichung von Speisen und Getränken usw.
Was die Aufseher betrifft, führt die Tätigkeitsbeschreibung beispielhaft auf: Beschlagnahme von Waffen und erlegten Tieren, Erlegung von kranken oder verletzten Tieren, Raubwildbekämpfung, Verwendung von Jagdwaffen und Wildererbekämpfungen, Erlegung oder Verletzung von Hunden, die Dritten gehören, und anderes.

Hochsitzversicherung besonders gefragt
Die genannte Haftpflichtversicherung erstreckt sich auch auf Gebäude oder Infrastrukturen jeglicher Art, die mit obgenannten Aktivitäten in Verbindung zu bringen sind, also auch auf Hochsitze, selbst wenn diese Dritten gehören, auch wenn sie auf Bäumen angebracht sind, sofern sie den Verbandsmitgliedern zur Nutzung freistehen, unabhängig in welchem Erhaltungszustand sich diese Einrichtungen befinden.

Rechtsschutzversicherung
Im letzten Jahr wurde zusätzlich zu den genannten Versicherungen eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen. Die maximale Versicherungssumme beträgt für die Betriebsrechtsschutzversicherung pro Schadensfall 80.000 Euro.
Versichert sind nicht die einzelnen Jäger, aber alle Revierleiter und Jagdaufseher.
Die Grundabdeckung betrifft bei Strafverfahren die Strafverteidigung gegen den Vorwurf, eine Straftat begangen zu haben, den Beistand eines Rechtsanwaltes, sobald der Versicherte als »eine über den Tatbestand informierte Person« gilt oder als Angeklagter in einem verbundenen Verfahren, weiters bei Verwaltungsübertretungen für die Einbringung des Widerspruchs gegen die gegen den Versicherten verhängte Geldbuße. Die Gesamtversicherungssumme für die universelle Rechtsschutzversicherung beträgt 300.000 Euro je Versicherungsfall und 150.000 Euro pro Person. In der Versicherungssumme sind enthalten die Rechtsanwaltskosten, Reisekosten des Rechtsanwaltes und Reisekosten der versicherten Person, Sachverständigenkosten und Übersetzungskosten, außerdem ein Betrag von 30.000 Euro als Kaution pro versicherter Person.

Vermögenshaftpflichtversicherung
Wenn trotz aller Versicherungen auf das Eigentum eines Revierleiters oder Jagdaufsehers zurückgegriffen werden sollte, so haftet diese Versicherung bis zu einer Deckungssumme von 2.000.000 Euro.



Jeder, der noch zusätzliche Informationen zur Jägerversicherung braucht, erhält diese gern im Büro des Südtiroler Jagdverbandes: Tel. 0471 061703 oder E-Mail: info@jagdverband.it   

Heinrich Aukenthaler


Die rechtlich verbindlichen Versicherungsbedingungen sind in der zwischen dem italienischen Jagdverband FIdC und der ARISCOM unterzeichneten Polizze enthalten, die im Büro des Südtiroler Jagdverbandes aufliegt.
Für die Revierleiter- und Jagdaufseherversicherung, die Rechtsschutzversicherung und Vermögenshaftung sind eigene Polizzen unterzeichnet worden, die ebenfalls im Büro der Jagdverbandes aufliegen.
Im Artikel wurden die umfangreichen Versicherungsbedingungen zusammengefasst. Gültigkeit haben aber die in den Polizzen aufscheinenden Vertragsbedingungen.

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