Exzellente Ergebnisse - Südtirols Jäger schießen gut. Diesen Eindruck muss jeder erhalten, der die Revier-, Bezirks- oder Landesschießen besucht. Auch bei der heurigen elften Landesmeisterschaft der Südtiroler Jäger gab es herausragende Ergebnisse. Sie sind auch deshalb hoch zu schätzen, weil die Schussentfernung 200 Meter beträgt. 91 Gold-, 79 Silber- und 21 Bronzeabzeichen wurden vergeben.
Der Austragungsort ist bewährt. Der Militärschießstand in Toblach bietet nicht nur zwanzig Bahnen, auf denen gleichzeitig geschossen werden kann, sondern auch eine beachtliche Entfernung von 200 Metern. Das Revier Toblach ist stets mit seinen Leuten fleißig im Einsatz, sodass die aus dem ganzen Land angereisten Schützen die nötige Verpflegung erhalten. Die eigentliche Abwicklung des Schießens liegt aber in den Händen des Landesschießreferenten Eduard von Dellemann. Er kann sich auf seine Leute, vor allem auf die Bezirksschießreferenten, verlassen. In einer vorbereitenden Sitzung wird alles durchgesprochen und auch das Reglement noch einmal überprüft. Dann werden die Aufgaben verteilt: Waffenkontrolle, Schießstandaufsicht, Computer-Auswertung und was auch immer es braucht. Alle kennen ihren Platz und ihre Arbeit, und dies ist notwendig, um einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung zu gewährleisten.
Einzel- und Bezirkswertung
Den Titel eines Landesmeisters im jagdlichen Schießen zu erreichen, ist keine Kleinigkeit. Die Besten platzieren ihre drei Schüsse in den Umkreis einer kleinen Münze.
Die Auswertung wird anhand der erreichten Ringzahl getroffen. Die vom Schießstand Toblach bereitgestellten Scheiben eignen sich bestens dazu. Heuer aber waren es nicht weniger als vier Schützen, welche die Ringzahl 30,24 erreicht hatten. In diesem Fall wird jener Schütze vorgezogen, der den schlechtesten Schuss näher beim Zentrum hat. Somit lag Patrick Laimer aus dem Revier Riffian-Kuens mit dreimal 10,8 vorne. An zweiter Stelle platzierte sich Florian Dandler aus St. Leonhard in Passeier. Auch er hatte mit 10,9, 10,8 und 10,7 insgesamt 30,24 Ringe erreicht. Der Drittplatzierte war Luis Ploner aus Stilfes. Sein Ergebnis: zweimal 10,9, einmal 10,6.
Beim Wettbewerb zählt aber auch der Mannschaftserfolg. Die fünf besten Schützen eines jeden Bezirks werden gewertet. Wer in der Punktezahl vorne liegt, erhält die vom Südtiroler Jagdverband gestiftete Wandertrophäe. Diese errang heuer der Bezirk Meran, und er durfte die Trophäe laut Reglement für immer behalten, weil die Meraner schon das dritte Mal die Bezirkswertung für sich entscheiden konnten. Darüber freuten sich der Landesschießreferent Edl von Dellemann aus Dorf Tirol, mit ihm der Bezirksjägermeister, der Bezirksjagdausschuss und die guten Schützen, die, wie es scheint, vor allem im Passeiertal beheimatet sind.
Gute Teilnehmerzahl
Das Landesschießen wird jährlich von zwei- bis dreihundert Personen besucht. Letztes Jahr waren es 242, heuer 203. Besonders gefreut hat die Veranstalter heuer, dass auch Landeshauptmann Luis Durnwalder zum Schießen gekommen war. Er schoss – außer Konkurrenz – mit einem Drilling und erzielte damit ein recht ansehnliches Ergebnis. Vom Landesjagdausschuss waren Vizelandesjägermeister und Bezirksjägermeister Eduard Weger und Bezirksjägermeister Christian Töchterle dabei.
Jägerinnenkategorie etabliert sich
In der Vergangenheit wurde unterschiedlich darüber diskutiert, ob eine eigene Jägerinnen-Kategorie vorgesehen werden sollte oder nicht. Schließlich setzten sich jene durch, die den Jägerinnen eine eigene Wertung zugestehen wollten. Die drei Besten waren Kathrin Pircher, Rosa Anstein und Viktoria Rainer.
Verlosung steigert Attraktivität
Die Teilnahme am Schießen wird für viele mit einem schönen Preis honoriert. Die zwanzig Besten erhalten einen Sachpreis, der Rest der eingesammelten Preise wird unter den Teilnehmern verlost. Am begehrtesten sind erwartungsgemäß die Abschüsse. Landeshauptmann Luis Durnwalder hatte heuer einen Trophäenbock spendiert, der glückliche Gewinner war Stefan Fliri aus Taufers im Münstertal.
Weitere Wildabschüsse wurden verlost, darunter der Abschuss eines Stückes Kahlwild in Ulten.
Gespannt war man auf den Gewinner der Rössler-Präzisionsbüchse, welche der Südtiroler Jagdverband mit einem Teil der Einschreibegebühren angekauft hatte. Zu den wertvollen Preisen gehörte auch ein Zeiss-Ausziehfernrohr, gestiftet von der Firma Bignami, zudem gab es Gutscheine für die Fahrt zur Jagd- und Fischereimesse nach Salzburg, einen Jagdrucksack, Wein, Geschenkskörbe, eine Wanduhr und vieles andere mehr.
Einen herzlichen Glückwunsch den Gewinnern zu den guten und konstanten Leistungen.
Heinrich Aukenthaler