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Murmeltierkontrolle muss möglich sein

Das Hin und Her um die Murmeltierentnahmen kommt nicht zur Ruhe. Die jüngste gerichtlich verfügte Aussetzung der entsprechenden Verfügung des zuständigen Landesrates hat mich schwer enttäuscht. Denn diesmal ist wirklich alles getan worden, um das Dekret rechtlich abzusichern. Das staatliche Institut für den Schutz und die Erforschung der Umwelt („ISPRA“) ist um ein Gutachten ersucht worden. Dieses Institut ist in Angelegenheiten der Wildtierbehandlung das höchste Fachgremium des Staates. Das Gutachten zur Murmeltierentnahme war positiv.

Die Schadenserhebungen sind sehr sorgfältig durchgeführt und dokumentiert worden. Auch hat man sich sichtlich bemüht, ökologische Alternativmaßnahmen in der Anwendbarkeit zu testen, so wie es das Staatsgesetz vorsieht. Alles zusammen hat uns hoffen lassen, dass diesmal das Dekret hält. Aber mit Präsidentialverfügung des Verwaltungsgerichts ist das Dekret nun vorläufig ausgesetzt. Vorläufig, denn die Entscheidung des Richtergremiums am Verwaltungsgericht, ob es eine Aussetzung gibt oder nicht, wird erst am 20. Oktober gefällt. Jedenfalls zu spät, wie wir alle wissen.
Trotzdem bleibt zu hoffen, dass die Sachentscheidung des Verwaltungsgerichtes diesmal anders ausfällt, und das wiederum wäre für ein Dekret in den Folgejahren positiv.
Dem Amt für Jagd und Fischerei und dem zuständigen Landesrat Arnold Schuler möchte ich für die sorgfältige Vorbereitung und Umsetzung danke sagen. Wir Jäger werden zwar nicht mehr in die Schadenserhebungen einbezogen, und die Rekurse gegen das Dekret selbst waren wir - bis auf heuer – nie übermittelt bekommen. Heuer haben wir uns bemüht, über einen Anwalt zumindest eine Anhörung zu erreichen, bevor es zur Aussetzung kommt. Diese Anhörung wurde aber offensichtlich nicht für notwendig angesehen.

Um was geht es eigentlich?
Die Jagd in unserem Land war immer gut geregelt. Die Jägerschaft ist auch im Interesse der Land- und Forstwirtschaft tätig. Für die Almwirtschaft sind Murmeltiere gebietsweise ein Problem. Die Bearbeitung der Bergmähder wird erschwert bis unmöglich gemacht. Die Murmeltiere legen ihre Baue gern dort an, wo es das beste Gras gibt. Das sind nun einmal auch und vor allem die genutzten Almflächen.
Weil die Almwirtschaft in Südtirol nach wie vor blüht, finden unsere Nager dort auch günstige Lebensbedingungen. Das hat zu einer Vermehrung der Murmeltiere in unserem Land und zu einer deutlichen Ausbreitung geführt. Die Lebensräume der Murmeltiere samt ihren Bauen finden wir heute in viel tieferen Lagen als noch vor wenigen Jahrzehnten. Das sind unbestreitbare Tatsachen.

Für uns Jägerinnen und Jäger ist die Hilfestellung für die Landwirtschaft ein selbstverständliches Gebot. Deswegen treten wir dafür ein, dass es in Gebieten, wo Schäden nachgewiesen sind, möglich sein muss, Murmeltiere zu entnehmen. Alternative Methoden, wie von einigen Schutzverbänden gefordert, sind unzureichend. Man kann nicht alle Almen einzäunen oder die Murmeltiere von den Mähdern und Rinderweiden auszäunen.

Auf das alles haben wir oft und oft hingewiesen, bislang ohne Erfolg, wie wir feststellen müssen. Die Gegnerschaft ist eine kleine Gruppe extremer Tierschützer, bestimmt nicht eine breite Bevölkerungsschicht. Gerade deswegen dürfen wir nicht die Bemühungen um sinnvolle Maßnahmen zum Schutz der Almen aufgeben. Vielleicht bringt uns der Entscheid des Verwaltungsgerichts betreffend das heurige Dekret weiter. Ein Anwalt vertritt dabei unsere Interessen, wir werden sehen.

„Für Wild und Jagd“ heißt einer unserer Slogans. Diesem zentralen Bemühen bleiben unsere Anstrengungen gewidmet. Diesmal geht es um besonders viel, denn wenn das Land nicht recht bekommt, dann werden in Zukunft ähnliche Dekrete kaum mehr möglich sein, es sei denn, die gesetzlichen Voraussetzungen ändern sich zu Gunsten der Autonomie.

Weidmannsheil
Berthold Marx, Landesjägermeister


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