Freiheit mit Rücksicht - Maßnahmen zur Besucherlenkung

Tief eingeschneit zeigen sich zur Zeit die nördlichen Landesteile. Für die Wildtiere heißt es jetzt, mit dem Energieverbrauch Haus zu halten.

Der Berg - Lebensraum, auch im Winter
Viele Wildtierarten harren auch im Winter in den Bergen aus und trotzen der harten Jahreszeit. Die Tiere haben sich nämlich im Laufe der Jahrtausende sehr gut an die Jahreszeiten angepasst. Die bekanntesten Strategien sind wohl der Winterschlaf und die Winterruhe. Dabei zehren die Tiere ausschließlich von den Fettreserven, die sie sich im Laufe der Sommermonate angefressen haben. Das Phänomen Winterschlaf fasziniert umso mehr, wenn man bedenkt, wie sehr der Stoffwechsel der Tiere dabei herabgesetzt werden muss. Einem erwachsenen, mehrere Kilogramm schweren Murmeltier steht für den rund sieben Monate dauernden Winterschlaf nur rund ein Kilogramm Fett, ein Kilogramm Nahrung zur Verfügung.

Winterschlaf - auch bei Gams, Hirsch und Reh
Schließlich gibt es viele Tierarten, wie unsere heimischen Schalenwildarten, die sich den Bedingungen in der kalten Jahreszeit stellen. Steinwild, Gamswild und auch Reh- und Rotwild suchen gezielt Wintereinstände auf, in denen sich der Schnee nicht so lange halten kann. Ein dichtes Winterfell schützt vor der Kälte, angefressene Fettreserven und die oft karge Nahrung liefern die überlebensnotwendige Energie. Rein rechnerisch würde diese Energie jedoch nicht ausreichen, um einen harten Winter zu überleben. Die Schalenwildarten können den Energieverbrauch jedoch nochmals senken. Es kann nämlich seine Körpertemperatur aktiv reduzieren, um Energie zu sparen, ähnlich wie ein Winterschläfer. Haushalten mit der Energie, so lautet die Devise für diese Tiere im Winter.

Flüchten heißt Energie verbrauchen
Dies ist nur möglich, wenn die Tiere in ihren Lebensräumen ausreichend Ruhe vorfinden und nicht zu häufig gestört werden. Nicht in dieses Konzept passen demnach Erholungsuchende, die im Winter im Lebensraum der Wildtiere auftauchen. Der Mensch wird vom Wildtier als potentielle Gefahr wahrgenommen. Die Tiere ergreifen häufig die Flucht, der dafür nötige Energieverbrauch kann bei tiefer Schneelage jedoch sehr hoch sein. Will man den Störeinfluss durch den Menschen möglichst gering halten, gilt es, einige Grundregeln zu beherzigen und im Hinterkopf zu behalten. Über die Bedürfnisse der Wildtiere im Winter und über rücksichtsvolles Verhalten bei der Skitour und bei der Schneeschuhwanderung erfahren Sie aus der Broschüre "Freiheit mit Rücksicht", welche der AVS in Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Jagdverband und dem Amt für Jagd und Fischerei im Vorjahr herausgegeben hat.

Information und Besucherlenkung
Oberhalb der Klausner Hütte, auf der Plätzwiese im Naturpark Fanes-Sennes sowie im Matschertal und in Schlinig im VInschgau sind mittlerweile Informationstafeln und Tafeln zur Besucherlenkung angebracht worden. Um die Schitourengeher bei ihren Abfahrten zu kanalisieren wurden Abfahrtsschneisen geschlägert.Auch die lokalen Medien haben das Thema aufgegriffen und haben ausführlich über die Bedürfnisse der Wildtiere im Winter berichtet.  
Wenn Erholungssuchende ausreichend informiert werden, zeigen sie in den meisten Fällen auch Verständnis. Das Durchstreifen einer Winterlandschaft und das Genießen der verschneiten Bergwelt muss nicht unbedingt mit dem Stören von Wildtieren einhergehen. Vor allem, wenn Wege nicht verlassen werden, ist ein Nebeneinander von Wintersport und Wildtieren auch im Winter durchaus möglich.

Das Faltblatt "Freiheit mit Rücksicht - Raum für Mensch und Wild" enthält wissenswerte Informationen über die Bedürfnisse der Wildtiere im Winter. Es kann hier heruntergeladen werden.








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