Wir verwenden Cookies für die beste Nutzererfahrung. Es werden Cookies von Dritten eingesetzt, um Ihnen personalisierte Werbung anzuzeigen. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie der Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät zu. Informationen zu Cookies und ihrer Deaktivierung finden Sie hier.
 
 

Fuchsregulierung beginnt am 22. Juli 2016

Der zuständige Landesrat Arnold Schuler hat vor wenigen Tagen das Dekret zur Fuchsregulierung unterzeichnet. Vorgesehen ist eine kontrollierte Entnahme von Füchsen vom 22. Juli bis 17. September 2016 im Umkreis von 400 m um Geflügelhaltungen.

Die Regulationsabschüsse sind von den zuständigen hauptberuflichen Jagdaufsehern, den Angehörigen des Landesforstkorps sowie von den Jahres- oder Gastkarteninhabern zu tätigen.
Das Dekret sieht folgende Auflagen vor:
  • Die Erlegung der Füchse ist in derselben Tageszeit und mit denselben Jagdmitteln und Modalitäten erlaubt, welche in der gesetzlichen Jagdzeit des Fuchses vorgesehen sind.
  • In jedem Revier ist eine verantwortliche Kontrollperson zu ernennen. Dieser Kontrollpersonen müssen die Jagdgänge gemeldet und die erlegten Füchse vorgezeigt werden.
  • Abschüsse sind vom Erleger umgehend in den Kontrollkalender einzutragen.
Fuchsregulierung notwendig
Die Notwendigkeit der Fuchsregulierung ist wildbiologisch unbestritten: Seitdem die Jagdzeit auf den Fuchs infolge des Urteils des Verfassungsgerichts Nr. 278/2012 an die staatliche Gesetzgebung angepasst werden musste, ist die Anzahl der erlegten Füchse drastisch zurückgegangen. Während in den Jahren 1998 bis 2012 im Mittel 4.000 Füchse erlegt wurden, waren es 2013 deren 1.349, 2014 deren 1.772 und 2015 deren 2.132.
Direkte Folge der um mehr als 50 % zurückgegangenen Fuchsstrecke ist der rapide Anstieg von Geflügelrissen. Im Jahr 2014 wurden 2.887 Geflügelrisse verzeichnet, 2015 waren es 3.474. In den Jahren davor lag die Anzahl gemeldeter Risse zwischen 1.000 und 2.000 Stück.
Besonders bedenklich ist die Auswirkung der angestiegenen Fuchspopulation auf die Waldhühner, wobei insbesondere das Auerwild hervorzuheben ist. Untersuchungen aus dem Naturpark Paneveggio – Pale di San Martino aus dem benachbarten Trentino zeigen, dass 2/3 des Rückganges von Auerwildgelegen auf die Prädation durch Fuchs, Marderartige und Rabenvögel zurückzuführen ist.
Dass sich eine gezielte Fuchsregulierung hingegen sehr wohl positiv auf den Auerwildbestand auswirkt, lässt sich am Beispiel des Naturpark Trudner Horns festmachen. Ein Monitoring im Gebiet dieses Naturparks zeigte, dass dort trotz intensiv durchgeführter Lebensraumverbesserungen der Rückgang des Auerwildes nicht aufgehalten werden konnte. Eine gezielte Regulierung des Fuchsbesatzes im Gebiet des Naturparks mittels eigenen Sonderdekrets hat hingegen einen leichten Aufwärtstrend der Population erkennen lassen.

Warum keine uneingeschränkte landesweite Regulierung?
Aus wildbiologischer Sicht würde alles für eine uneingeschränkte, landesweite Regulierung des Fuchsbesatzes sprechen. Auf den ersten Blick verwundert es deshalb, dass das Fuchsdekret die Entnahme nur im Umkreis von Geflügelhaltungen gestattet.
Der Grund, weshalb die Regulierung auf den Umkreis von Geflügelhaltungen beschränkt wurde, liegt beim Gutachten des ISPRA (Höhere Anstalt für Umweltschutz und Forschung in Rom). Laut ISPRA muss der Einfluss des Fuchses auf Auerwildbestände bewertet werden, um eine Regulierung des Fuchses in Auerwildhabitaten ausreichend zu begründen. Um die Regulierung auch außerhalb der Geflügelhaltungen vorzunehmen, müsste man also laut ISPRA diesbezüglich gezielte Untersuchungen und Studien durchführen.

Verbindlichkeit des Gutachtens der ISPRA und der Wildbeobachtungsstelle

Art. 4 Abs. 2 des Südtiroler Jagdgesetzes sieht vor, dass das Regulierungsdekret aufgrund eines Gutachtens der Wildbeobachtungsstelle der autonomen Provinz sowie des ISPRA erlassen wird. Voraussetzung dafür, dass das Sonderdekret einer gerichtlichen Anfechtung standhält ist, dass die Gutachten der Wildbeobachtungsstelle und des ISPRA exakt berücksichtigt werden. Andernfalls sind eine Aussetzung des Entnahmedekretes bzw. eine Niederlage vor Gericht vorprogrammiert. Dass die Fuchsregulierung nicht landesweit ohne örtliche Einschränkung stattfindet, sondern auf den Umkreis von Geflügelhaltungen beschränkt ist, liegt, wie vorhin ausgeführt, beim Gutachten des ISPRA zurückzuführen, welches die Landesverwaltung genauestens berücksichtigt hat, um kein unnötiges Risiko einzugehen.

Zeitraum: warum erst ab 22. Juli?
Immer wieder tritt die Frage auf, weshalb die Regulierung erst ab 22. Juli genehmigt wurde. Die Entscheidung, die Regulierung erst ab 22. Juli zuzulassen, dürfte in erster Linie eine strategische sein. Im letzten Jahr war bekanntlich die Fuchsregulierung mit Sonderdekret vom 1. August bis zum 20. September genehmigt worden. Das Entnahmedekret war innerhalb kürzester Zeit angefochten und vom Verwaltungsgericht vorsorglich ausgesetzt worden. Im Urteil selbst aber, das im Mai 2016 ergangen ist, hat das Richterkollegium das Entnahmedekret für rechtens erklärt und die Rekurssteller zum Kostenersatz verurteilt. Nachdem das Verwaltungsgericht im Urteil der Landesverwaltung auf ganzer Linie recht gegeben hat, entschied man sich heuer verständlicherweise dafür, das Fuchsdekret genau nach dem Muster des Dekretes aus dem Vorjahr zu erstellen. Dies mit der berechtigten Hoffnung, dass das Gericht heuer keine Aussetzung gewährt.

Warum wurde die „alte“ Fuchsjagdzeit 2012 für verfassungswidrig erklärt?
Laut „alter“ Fuchsjagdzeit konnte Reineke Fuchs vom 1. Juli bis zum 15. Dezember bejagt werden. Im Dezember 2011 änderte der Südtiroler Landtag die „alte“ Jagdzeit wie folgt ab: Der Fuchs sollte vom 1. Juli bis zum 31. Jänner des darauffolgenden Jahres bejagt werden.
Diese Gesetzesänderung wurde von der italienischen Regierung angefochten und so vor den Verfassungsgerichtshof gebracht. Dieser erklärte die Gesetzesänderung mit Urteil Nr. 278/2012 für verfassungswidrig und erinnerte daran, dass sich das Land Südtirol bei der Festlegung der Jagdzeiten an die Vorgaben des staatlichen Jagdrahmengesetzes Nr. 157/92 zu halten habe.
Ganz unerwartet kam dieses Urteil nicht zustande: Der Verfassungsgerichtshof vertritt seit dem Jahr 1998 die Auffassung, dass sich die Sonderautonomien bei der Festlegung der Jagdzeiten an die Vorgaben des staatlichen Jagdrahmengesetzes zu halten haben.











 

Service

 

Downloads

Verlängerung Waffenpass, Europäischer Waffenpass, Anmeldung zur Jägerprüfung...
 

Links

 
 
 

Kontakt

 
 
 
Südtiroler Jagdverband-Schlachthofstraße 57-39100 Bozen-Italien-Tel.: +39 0471 061700-Fax: +39 0471 973786-E-Mail: -www.jagdverband.it
 
© 2017 Südtiroler Jagdverband Steuernummer: 80003420215 Impressum Cookies Sitemap produced by Zeppelin Group - Internet Marketing