Wir verwenden Cookies für die beste Nutzererfahrung. Es werden Cookies von Dritten eingesetzt, um Ihnen personalisierte Werbung anzuzeigen. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie der Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät zu. Informationen zu Cookies und ihrer Deaktivierung finden Sie hier.
 
 

Jagd: Historischer Erfolg!

Der Ministerrat hat am 24. November zwei Durchführungsbestimmungen zum Autonomiestatut verabschiedet, die Südtirol wesentliche Kompetenzen im Jagdsektor zusichern.

Die erste Durchführungsbestimmung sieht vor, dass in Südtirol auch weiterhin die nachhaltige Bejagung in den Naturparks möglich sein wird. Die zweite Durchführungsbestimmung schafft hingegen Klarheit, was die jagdbaren Wildarten angeht. Südtirol kann künftig auf Gutachten des ISPRA (Höhere Anstalt für Umweltschutz und Forschung in Rom) und im Einvernehmen mit dem Umweltministerium Änderungen an der Liste der jagdbaren Arten vornehmen.

Landeshauptmann Dr. Arno Kompatscher, Landesrat Arnold Schuler und Landesjägermeister Berthold Marx erläuterten am 25. November in einer Pressekonferenz Inhalte und Auswirkungen der neuen Durchführungsbestimmungen auf das Jagdwesen Südtirols.


Landesrat Arnold Schuler (2.von links) mit Landeshauptmann Arno Kompatscher (3.von links), Ressortdirektor Klaus Unterweger (ganz links), Landesjägermeister Berthold Marx (2. von rechts) und Amtsdirektor Gigi Spagnolli (rechts) bei der Pressekonferenz im Hotel Laurin in Bozen.
Foto: LPA/Maja Clara

Landesrat Arnold Schuler rief eingangs in Erinnerung, weshalb ein Damoklesschwert über der Jagd in den Naturparken schwebte: Ausgehend von einem Rekurs in Trient war die Frage der Verfassungsmäßigkeit der Jagd in den Naturparken aufgeworfen worden. Nachdem das staatliche Rahmengesetz über die Schutzgebiete Nr. 394/1991 vorsieht, dass in den Naturparks grundsätzlich nicht gejagt werden darf und der Verfassungsgerichtshof im Jahr 1992 dieses Prinzip bestätigt hatte, sei mit einer Niederlage vor dem Verfassungsgericht zu rechnen gewesen.


"Die Südtiroler Jagd ist vorbildlich", so Landeshauptmann Arno Kompatscher (Mitte), links Landesrat Arnold Schuler und rechts Landesjägermeister Berthold Marx.    
Foto: LPA/Maja Clara


Landeshauptmann Arno Kompatscher hob eingangs hervor, warum dieser autonomiepolitische Wurf gelungen ist: „Es war zum einen dank des Einsatzes aller Beteiligten möglich. Ich darf mich auch bei den Jägern selbst bedanken, beim Jagdverband, wir haben gemeinsam Versammlungen abgehalten, es hat auch entsprechende Initiativen gegeben - die Direktbetroffenen haben also sehr wohl mitgearbeitet. Zum anderen bedanke ich mich natürlich beim Landesrat. Wir sind gemeinsam mehrmals in Rom aufmarschiert, zusammen mit den Parlamentariern. Das Ganze wäre nicht möglich gewesen, wenn es inhaltlich nicht ziemlich rasch vonseiten des Ministeriums und der dort tätigen Wissenschaftler eine klare Aussage gegeben hätte, nämlich, die Südtiroler Jagd ist vorbildlich. Die Wildentnahme in Südtirol schützt die Fauna.

Landesjägermeister Berthold Marx bedankte sich im Namen der Jäger bei den politischen Verantwortungsträgern, allen voran Landeshauptmann Arno Kompatscher und Landesrat Arnold Schuler sowie den Parlamentariern, von denen er stellvertretend Senator Karl Zeller und die Kammerabgeordneten Albrecht Plangger und Daniel Alfreider nannte, für die Bemühungen. Der Landesjägermeister hob auch die gute Zusammenarbeit mit dem zuständigen Ämtern zusammen und dankte stellvertretend dem Ressortdirektor Klaus Unterweger.
Auch seinen Kollegen im Landesjagdausschuss dankte Landesjägermeister Marx und zeigte sich überzeugt, dass die Herausforderungen dazu geführt haben, dass man in den eigenen Reihen noch geschlossener steht.



"Die Jagd in Südtirol hat sich immer schon durch einen sorgsamen Umgang mit den Wildtieren ausgezeichnet", so Landesjägermeister Berthold Marx.   Foto: Rensi

Nachfolgend das Statement des Landesjägermeisters Berthold Marx:
„Sie brauchen nicht weit zu gehen, um in unserem Land ein Wildtier in freier Natur zu beobachten. Wir haben staatsweit die besten und auch ausgewogensten Bestände von Rehen, Hirschen, Gamsen. In unserem Land leben inzwischen gesicherte Steinbockkolonien und auch die Hasen und Murmeltiere werden schon zum Problem für die Bauern, die Vogelwelt ist dank der Vielgestaltigkeit unserer Landschaft artenreich.
Das alles ist nicht von allein gekommen. Zunächst ist es eine Folge der schönen Landschaft, in der wir leben dürfen, der unterschiedlichen Habitate, Ja, auch der wirtschaftende Mensch hat da Seine dazu beigetragen. Almen und Weiden, gepflegte Wälder gäbe es ohne den Menschen nicht, und damit wären auch viele Lebensräume gar nicht erst vorhanden.
Die Jagd in Südtirol hat sich immer schon durch einen sorgsamen Umgang mit den Wildtieren ausgezeichnet. Der Jäger in unserem Land schießt nicht „wie es ihm gefällt“, sondern er hält eine ganze Reihe von Regeln ein. Zunächst wird das jagdbare Wild gezählt, zumindest das Schalenwild und die Hühnervögel, dann wird festgelegt, wieviele Stücke entnommen werden können oder müssen. Wird ein Wildtier erlegt, so wird es vorgezeigt, registriert, und wir führen in unserem Lande eine Jagdstatistik, die ihresgleichen in Europa sucht.
Die Ausweisung von Naturparken war für die Jägerschaft durchaus positiv, denn damit sollten zunächst ja Lebensräume erhalten werden. Die Jagd in den Naturparken war von Anfang an zugesichert. Als Vinschger weiß ich, dass das absolute Jagdverbot nichts bringt. Im Nationalpark Stilfser Joch hat das Jagdverbot nicht nur nichts gebracht, sondern zunächst geschadet. Heute müssen auch im Nationalpark Hirsche erlegt werden, um die Lebensräume, den Wald gesund zu erhalten.
Die Jagd, wie wir sie betreiben, ist eigentlich mit einem neueren Wort als „Wildtiermanagement“ zu bezeichnen. Die jagdlichen Regeln werden behördlich geprägt, die Einhaltung wird von ausgebildeten Jagdschutzorganen überwacht und auch die Jägerschaft ist dank der strengen Jägerprüfung, die in unserem Land seit Jahrzehnten Gang und Gäbe ist, gut auf die verantwortungsvolle Aufgabe vorbereitet.
Wir konnten uns nicht vorstellen, dass in Zukunft in einem guten Teil unseres Landes die Jägerschaft von der Betreuung und sorgsamen Nutzung des Wildes ausgeschlossen würde.
Aus diesem Grund nehmen wir mit großer Erleichterung die neue Durchführungsbestimmung auf und wissen, dass wir allen, die sich darum bemüht haben, einen großen Dank schulden. Angefangen beim Landeshauptmann Dr. Arno Kompatscher, beim Landesrat Arnold Schuler, bei den Parlamentariern Dr. Karl Zeller, Dr. Albrecht Plangger, Dr. Daniel Alfreider und den anderen, die ich nicht einzeln nennen muss sowie den Beamten im zuständigen Ressort, von denen stellvertretend für alle der Ressortdirektor Dr. Klaus Unterweger zu nennen ist.
Unsere Landesverwaltung ist immer verantwortungsvoll mit den autonomen Kompetenzen umgegangen und wird das weiterhin tun. Unsere Jägerschaft wird sich weiterhin gern um das Wohl unseres Wildes und um den Schutz der geschützten Arten kümmern.
Ich glaube die Jagd ist nicht zuletzt ein Teil unserer Traditionen, unserer Volkskultur und glaube, dass die Jäger mit anderen Naturfreunden zusammen weiterhin das Beste für unser Wild im Land erreichen werden
."

Geschäftsführer Heinrich Aukenthaler gewährte in seiner Präsentation Einblicke in die vorbildlich geregelte Jagd in Südtirol und erinnerte daran, dass die Jäger in Südtirol bereits in den 80er-Jahren freiwillig auf die Bejagung sensibler Arten wie dem Auerhuhn verzichtet haben. Aukenthaler berichtete, dass Arten, die wir heute jagdlich betreuen, vor Jahrzehnten nahezu ausgestorben waren. Am Beispiel von Fällen aus der Toskana zeigte Aukenthaler, was passiert, wenn sich der Mensch aus der Landschaft zurückzieht. Wenn Almflächen verbuschen, Hofstellen aufgelassen werden und sich niemand um die Landschaft kümmert, dann verschwinde die Vielfalt, die Biodiversität leide, so Aukenthaler. Hervorgehoben wurden außerdem die Verdienste der Jägerschaft um das Steinwild in unserem Land. Waren es vor Jahrzehnten noch einzelne Stücke, haben die intensiven Bemühungen der Jägerschaft dazu geführt, dass wir heute gesicherte Steinwildkolonien mit insgesamt rund 1.500 Stück in unsere Lande haben.

Aukenthaler erinnerte auch daran, dass der Jagdverband seit 1953 eine Statistik aller erlegten Tiere führt, die ihresgleichen sucht. Seit Jahrzehnten werde die jagdliche Nutzung nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit praktiziert. Neben den jagdbaren Arten mache sich die Jägerschaft auch um nicht jagdbare Arten verdient. Man denke etwa an die Steinadler und Bartgeier. Die Brutstätten werden vom Jagdaufsichtspersonal überwacht, sodass man genau über die Bestände Bescheid weiß.
Aukenthaler schloss damit, dass unsere Wildtiere durch jagdliche Nutzung vital erhalten werden müssen und betonte, dass dies mit einer Sicherung der Lebensräume einhergehen muss.








 

Service

 

Downloads

Verlängerung Waffenpass, Europäischer Waffenpass, Anmeldung zur Jägerprüfung...
 

Links

 
 
 

Kontakt

 
 
 
Südtiroler Jagdverband-Schlachthofstraße 57-39100 Bozen-Italien-Tel.: +39 0471 061700-Fax: +39 0471 973786-E-Mail: -www.jagdverband.it
 
© 2017 Südtiroler Jagdverband Steuernummer: 80003420215 Impressum Cookies Sitemap produced by Zeppelin Group - Internet Marketing