Schwarzstorch in Glurns gesichtet

Einen äußerst seltenen Vogel bekamen am 01. August der Verbandsjagdaufseher Hansjörg Götsch und der Glurnser Jäger Max Waldner vor die Linse. Am Ausgleichsbecken des SELEDISON-Werkes Schluderns, welches jährlich von zahlreichen Zugvögeln als Rastplatz angenommen wird, beobachteten sie einen jungen Schwarzstorch bei der Nahrungssuche.

Storch ist nicht gleich Storch
Alljährlich wird von Störchen berichtet, die in Südtirol Rast machen. Die mitunter recht großen Trupps des wohl bekanntesten aller Vögel fallen jedem Beobachter schnell auf. Seinen hohen Bekanntheitsgrad verdankt der Storch wohl der Legende vom Klapperstorch, der die Kinder bringt, aber auch seiner Lebensweise in unmittelbarer Nähe des Menschen. Auch in vielen Kinderbüchern und Zeichentrickfilmen ist der Storch allgegenwärtig. Bei diesen „Störchen“ handelt es sich um Weißstörche. Ihren Namen verdanken die großen Vögel wohl hauptsächlich ihrer Gefiederfärbung, welche sich von der zweiten in Mitteleuropa noch vorkommenden und fast unbekannten Storchenart unterscheidet. Es handelt sich hierbei um den viel selteneren und dunkel gefärbten Schwarzstorch.

Der Schwarzstorch - ein heimlicher Waldbewohner
Der Schwarzstorch ist ein ausgesprochener Waldvogel. Er bevorzugt alte, naturnahe Wälder mit Mooren, Tümpeln und Bächen. Schwarzstörche sind stärker an Gewässer gebunden als Weißstörche, zur Nahrungssuche suchen sie fast ausschließlich Gewässerränder oder Tümpel auf, in denen sie nach Fischen und Lurchen Ausschau halten. Seinen Horst erbaut der Schwarzstorch meist in der Krone eines alten Baumes. Schwarzstörche sind wie Weißstörche sehr standortstreu, sie kehren immer wieder an denselben Brutplatz zurück. Im Flug sind Störche am stets ausgestreckten Hals und den über die Schwanzspitze reichenden Beinen zu erkennen.


 
Der Weißstorch ist allbekannt, seinen nahen Verwandten, den Schwarzstorch, kennen nur die Wenigsten.

Selten, aber in Ausbreitung begriffen
Schwarzstörche sind in Mitteleuropa relativ selten anzutreffen. In den letzten Jahrzehnten ist jedoch eine langsame, aber deutliche Ausbreitungstendenz zu beobachten. So wurden die ersten Schwarzstorch-Brutnachweise in Österreich in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts getätigt, seit den 70er Jahren haben die Bestände deutlich zugenommen, und im Jahr 2000 schätzte man den Bestand in Österreich bereits auf 120-130 Brutpaare, das südlichste davon hatte sich in Kärnten niedergelassen.
In Bayern wird der Brutbestand zurzeit auf mehr als 100 Paare geschätzt und auch in Italien werden seit einigen Jahren Schwarzstorchbruten beobachtet. Im Jahr 2010 waren laut Angaben im Internet insgesamt 11 Paare in Italien nachgewiesen worden, sieben davon im Piemont und in der Basilicata. Es darf somit gehofft werden, dass der Schwarzstorch künftig auch in Südtirol häufiger beobachtet werden kann.






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