Jagdfläche
In Südtirol ist das Recht zur Jagdausübung grundsätzlich nicht an den Besitz von Grund und Boden gebunden, sondern an die Dauer der Ansässigkeit im jeweiligen Revier. Somit wird jedem provinzansässigen Bürger der Zugang zur Jagd ermöglicht.
Die Landesfläche beträgt rund 7.400 km², davon sind fast 6.100 km² bejagbar. Der Großteil der bejagbaren Fläche verteilt sich auf 145 Jagdreviere kraft Gesetzes, welche sich auf acht Jagdbezirke verteilen, die 51 Eigenjagden nehmen gut 100 km² und somit weniger als 2% der Jagdfläche ein. Im Nationalpark Stilfser Joch darf die Jagd nicht ausgeübt werden, dasselbe gilt für einige als geschützte Biotope ausgewiesene Flächen geringeren Ausmaßes. Die Domänen-Wildschutzgebiete des Landes erstrecken sich auf ca. 16% des Landes. Hier ist jagdliche Nutzung eingeschränkt.
Die Grenzen der Jagdreviere kraft Gesetzes fallen fast überall mit den Gemeindegrenzen oder von den Grenzen der Katastralgemeinden zusammen. Das Jagdrevier Sarntal umfasst fast 30.000 Hektar und ist somit das größte Jagdrevier des Landes. Das kleinste Jagdrevier ist hingegen jenes von Waidbruck mit einer Fläche von 231 Hektar.
Die Jagd ausüben darf, wer einen Jagdbefähigungsnachweis erbringt und gültige Jagddokumente vorweisen kann, das sind ein Jagdgewehrschein, eine Jagdhaftpflichtversicherung und einen Jagderlaubnisschein.
Jägeranzahl
Die Jagd erfreut sich hierzulande immer größerer Beliebtheit. Seit dem Jahr 1990 ist die Jägeranzahl um 20% angestiegen. Im Jahr 2011 gehen in Südtirol 6.084 Jäger und Jägerinnen ihrem Hobby nach. Fast verfünffacht hat sich im gleichen Zeitraum die Anzahl der Jägerinnen in unserem Land: Waren es im Jahr 1990 noch 55 Frauen, die der Jagd frönten, gingen im Vorjahr bereits 262 Frauen der Jagd nach.
Jagdstrecke
Der Südtiroler Jäger jagt vorwiegend mit der Büchse auf Schalenwild. Die Hasenjagd hat aufgrund sinkender Besätze in den letzten Jahrzehnten gebietsweise an Bedeutung verloren. Die Anhänger der Vogeljagd finden sich in den Jagdrevieren der Tallagen.
Jährlich kommen in Südtirol ca. 15.000 Stück Schalenwild und ca. 35.000 Stück Niederwild zur Strecke. Diese verteilen sich wie folgt auf die jagdbaren Wildarten.
Die Jagdstrecke des Jahres 2010 liest sich wie folgt:
SCHALENWILD
REHWILD
4.094 männliche Rehe
4.682 weibliche Rehe
ROTWILD
1.144 Hirsche
1.091 Tiere
1.115 Kälber
GAMSWILD
1.364 Böcke
1.228 Geißen
1.610 Jährlinge
84
Kitze
SCHWARZWILD
10 Keiler
2 Keiler tot aufgefunden, 1 überfahren
NIEDERWILD
HAARWILD
2.802 Feldhasen, 318 Schneehasen, 3.387 Füchse
FEDERWILD
300 Spielhähne, 103 Steinhühner, 290 Schneehühner
13 Fasane, 200 Ringeltauben, 1.023 Stockenten, 11 Knäkenten, 10 Krickenten, 6 Blässhühner, 109 Waldschnepfen, 10.254 Amseln, 8.417 Wacholderdrosseln, 967 Rabenkrähen, 247 Elstern, 3.606 Eichelhäher