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Jagdhornbläser

Alte Tradition oder neue Initiative?
Wenn wir in unserem Land jagdliches Kulturgut lobend erwähnen, so verweisen wir stets auf die langen Traditionen, die dieses Kulturgut begleiten. Beim Jagdhornblasen ist es nicht ganz so, denn von einer langen Tradition kann man dabei nicht sprechen. Es mag in früheren Zeiten an Höfen und in Adelshäusern das Jagdhornblasen gepflegt worden sein, verwurzelt im Volke war es aber nicht.

Anfänge vor 50 Jahren
Das nun erstarkte Jagdhornbläserwesen in unserem Lande hat eine knapp 50-jährige Geschichte. Als 1965 der damalige LJM Ludwig von Lutterotti in Kaltern einen überraschend aufgetauchten Keiler erlegte, musste der junge Jagdaufseher Alfons Heidegger nach Völs fahren, um einige Jagdhornbläser für das Verblasen der seltenen Strecke herbeizuholen. Vater und Sohn Rier kamen nach Kaltern, über ihren Auftritt gibt es ein interessantes Filmdokument. Die erste offiziell gegründete Gruppe entstand in Dorf Tirol im Jahr 1966. Es folgte die Gründung der Jagdhornbläsergruppe Amperspitz, Taisten, im Jahr 1969, in den 70er Jahren kamen die Gruppen von Aldein, Antholz, Jenesien, Mals und Schnals hinzu. Richtig los ging es aber in den 80er Jahren.


Landesweite Jagdhornbläsertreffen

Ein erstes Treffen der Südtiroler Jagdhornbläser wurde 1983 in Antholz abgehalten. Bereits damals konnten kritische Beobachter ein beachtliches Niveau der Südtiroler Jagdhornbläser feststellen. Im Jahr 1989 fanden sich die Bläser wieder zusammen, diesmal in Graun im Vinschgau. Die Gruppe „Hirschruf“ aus Graun war die treibende Kraft dieser zweiten Veranstaltung, die dann im Zwei-Jahres-Rhythmus weitergeführt wurde. Das dritte Treffen fand 1991 in Lana statt, 1993 war Welsberg an der Reihe, der Veranstalter war die Gruppe Amperspitz aus Taisten, 1995 trafen sich die Bläser in Kaltern auf Schloss Salegg, 1997 fand man sich in Karthaus in Schnals zusammen, 1999 in Stern im Gadertal, 2001 war Ritten an der Reihe, 2003 Naturns, 2005 lud die Jagdhornbläsergruppe Jaufental nach Stange in der Gemeinde Ratschings ein, 2007 fand das Treffen in Sarntal statt, 2009 in Schlanders, 2013 in Kaltern.

Im Laufe der Jahrzehnte wuchs die Zahl der Bläsergruppen ständig an, im Jahr 2009 gab es in Südtirol mehr als 300 aktive Jagdhornbläser, die in insgesamt 32 Gruppen organisiert waren. 2012 gab es 33 Gruppen mit insgesamt 274 aktiven Bläsern. 2014 sind es 31 Gruppen mit insgesamt 270 aktive Bläsern. Im September 2015 sind es 29 Gruppen mit insgesamt 255 aktive Bläsern. Die höchste Dichte haben die Jagdhornbläser in den Bezirken Vinschgau mit sieben Gruppen und Meran mit neun Gruppen.

Vereinigung der Südtiroler Jagdhornbläser

Am 5. Februar 1993 fand in Land die Gründungsversammlung der „Vereinigung der Südtiroler Jagdhornbläser im Südtiroler Jagdverband“ statt. Dabei gaben sich die versammelten Jagdhornbläser eine eigene Satzung. Zum  Landeshornmeister wurde Pio Pescoller aus Campill gewählt und zum Landesobmann Robert Mair aus Lana. Zum ersten Vorstand gehörten ferner Andreas Leitgeb aus Antholz, Peppi Plangger aus Graun und Gerhard Eisenstecken aus Eppan. Landesobmann und Landeshornmeister sind bis heute im Amt. Unter ihrer kundigen Führung haben die Jagdhornbläsergruppen mit ihren jeweiligen Obleuten und Hornmeistern eine ganz beachtliche Entwicklung durchgemacht. Man war sich einig, dass das Jagdhornblasen auf seine Ursprünge zurückgeführt werden müsse, wählte und förderte die entsprechenden Instrumente, die Parforce-Hörner in Es, ließ sich fortbilden, suchte nach neuer Literatur und ließ sogar für Südtirol eigene Stücke schreiben und Messen komponieren. Der Salzburger Professor Paul Angerer bewältigte meisterhaft den vom Südtiroler Jagdverband erteilten Auftrag, neue Jagdhornbläsermusiken zu komponieren. Er schuf eine Messe „Aus dem Land im Gebirge“, sein „Tiroler Jägergruß“ gehört heute zum Repertoire vieler Südtiroler Jagdhornbläsergruppen. Professor Angerer hat schöne Lieder und eine Trauermusik geschrieben, und das alles hat sich hinzugefügt zu dem weiten Repertoire das sich die Jagdhornbläser Jahr für Jahr in gesteigertem Umfang zu eigen gemacht haben. Im Jahr 2007 hat Landeshornmeister Pio Pescoller eine neue "Jagdhornbläsermesse aus den ladinischen Dolomiten" verfasst, die ebenfalls bereits verschiedentlich aufgeführt werden konnte.

Tätigkeit der Vereinigung
Die Vereinigung des Südtiroler Jagdhornbläser entwickelte unter der Leitung des Landesobmanns Robert Mair und des Landeshornmeisters Pio Pescoller eine rege Tätigkeit. Einzelne Gruppen blasen bei Hubertusfeiern, Hochzeiten, Beerdigungen, Hegeschauen, und gestalten Feste und Veranstaltungen der örtlichen Vereine mit. Aber auch bei jagdlichen Feiern und Wettbewerben im Ausland ist man mit dabei. Die Südtiroler Jagdhornbläser werden deshalb auch als Botschafter der Südtiroler Jagd bezeichnet.
Besonders stolz sind die Südtiroler Jagdhornbläser auf ihr hohes fachliches Niveau. Das kommt nicht von ungefähr. Einerseits rekrutieren sich viele Bläser aus den örtlichen Blasmusikkapellen, in Südtirol gibt es in jeder Gemeinde mindestens eine davon. Zum anderen gehört es zum fixen Jahresprogramm der Vereinigung, dass Weiterbildungskurse angeboten werden. Dazu wenden sich die Südtiroler vorwiegend an ausländische Fachleute. Zu großem Dank verpflichtet sind die Südtiroler Jagdhornbläser dem Prof. Georg Viehböck, dem Prof. Uwe Bartels und vor allem dem Professor Hansjörg Angerer. Professor Angerer wurde 1997 das Verdienstabzeichen der Südtiroler Jagdhornbläser überreicht. Er steht der Vereinigung in Fragen der Stilrichtung, Literatur, Instrumentenauswahl und der Ausbildung mit Rat und Tat zur Seite.
Rat holen sich die Bläser auch, wenn es darum geht, sich eine gemeinsame Kleidung anzuschaffen. Die „Arbeitsgemeinschaft lebendige Tracht“ hat schon mehrere Bläsergruppen geschmackvoll und traditionsbewusst einkleiden geholfen.
So sind die Jagdhornbläser aus dem jagdkulturellen Geschehen Südtirols nicht mehr wegzudenken: „Was wäre heute noch unsere Jagd ohne unsere Jägerkleidung, ohne Hut, ohne Händedruck, ohne Weidmannsheil und vor allem und nicht zuletzt ohne die musikalische Umrahmung unserer Treffen und Feste durch unsere Jagdhornbläser“.

   
Der erste Landesobmann
Robert Mair († 26.10.2011)
Pio Pescoller, der erste Landeshornmeister


Allgemeines zur Jagdhornmusik

Die auf den Naturhörnern vorgetragene Jagdhornmusik hat einige Eigenheiten: Wegen der besonderen Bedingungen der Instrumente muss teilweise auf die übliche chromatische Harmonik Verzicht geleistet werden. Kenner der Jagdmusik sehen dies als typisch an, und das Ohr gewöhnt sich schnell an diese ursprüngliche Harmonik. Ursprünglich ist die Jagdhornmusik auch deshalb zu nennen, weil die Musik überhaupt aus der Jagd hervorgegangen sein dürfte. So wie die Malerei ihren ersten Beweggrund in der Nachstellung von Jagdszenen gefunden hat, so war wohl auch die Musik ursprünglich Ausdruck jagdlicher Bedürfnisse: der Kommunikation, der Botschaft über Räume hinweg, der freudigen Erregtheit, die bei der Jagd ja oft eine Begleiterscheinung ist. Dieses Ursprüngliche hat die Jagdmusik bis heute bewahrt. Die Signale sind, zumindest in Jägerkreisen, allgemein verständliche Mitteilungsformen geworden. Der „Aufbruch zur Jagd“ mit seiner aufreizenden Tonfolge, das „Haltsignal“ mit seiner warnenden Wirkung, die „Begrüßung“ mit dem freundlich-fröhlichen Motiv, das „große Halali“ mit seiner feierlichen Getragenheit, die „Totsignale“, die jägerischen Jubel auf der einen Seite, aber auch feierlich-würdigen Respekt vor dem erlegten Wild anklingen lassen – das alles haben wir oft gehört und entsprechend empfunden.

Es ist nicht die Tonfolge allein, die uns diese Stimmungen und Botschaften mitteilen. In erster Linie ist es der Klang des Hornes, der schon an und für sich an die weit hallenden Wälder erinnert und das freie Streifen in Gottes herrlicher Natur zelebriert. In mehreren bekannten Stücken wird dieses romantisch-freie Lebensgefühl des Jagens klar mitgeteilt. Als Beispiel gelten möge der „Jägerchor“ aus dem „Freischütz“ von Carl Maria von Weber: „Was gleicht wohl auf Erden dem Jägervergnügen, wem sprudelt der Becher des Lebens so reich, beim Klange der Hörner im Grünen zu liegen ...“.

„Beim Klange der Hörner im Grünen zu liegen ...“ - das war Jagdgefühl in allen Zeiten und Epochen, und so soll es auch heute noch sein. Die Jagdhornmusik hilft uns, die richtige Stimmung zu erleben und zu verstehen, welche die Jagd umgibt und einhüllt: eine freudige Feierlichkeit, eine freie Fröhlichkeit, wie wir sie nur in wenigen Abschnitten unseres Lebens in der ganzen Intensität genießen dürfen, eben in den besten Stunden der Jagd.










 

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