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EU Wildbrethygiene Richtlinie

Wildbrethygiene, neue Regeln

Im Jahr 2008 musste das EU-Hygienepaket umgesetzt werden, und es bringt einige wesentliche Änderungen mit sich. Das Ziel des Hygienepaketes lautet, den Konsumenten nur sichere und genusstaugliche Lebensmittel anzubieten. Beim Wildbret wird dies erreicht, indem zwischen Produktion und Verkauf eine Kontrolle eingeschoben wird. Wird Wildbret nur in geringen Mengen verkauft, so genügt eine einfache Kontrolle durch eine sogenannte kundige Person. Wenn größere Mengen in den Handel kommen, muss eine tierärztliche Fleischbeschau erfolgen. Das Wildbret darf in diesem Fall nur über EU-zertifizierte Wildverarbeitungsbetriebe vermarktet werden.

Die kleinen Mengen
Die EU-Verordnung (siehe Downloadbereich hier) sieht wesentlich einfachere Bestimmungen vor, wenn die Abgabe des Wildbrets nur in geringen Mengen erfolgt. Die einzelnen EU-Staaten können diese geringen Mengen definieren. In Italien gilt ein Stück Schalenwild pro Jahr und Jäger als geringe Menge, zusätzlich fünfhundert Stück Niederwild pro Jahr und Jäger. Südtirol
 
hat kraft seiner autonomen Befugnisse diese kleinen Mengen anders definiert. Bei uns gelten fünf Stück Schalenwild pro Jahr und Jäger als kleine Menge, zusätzlich 50 Stück Haarniederwild. Wenn die Wildbretabgabe in kleinen Mengen direkt an den Endverbraucher erfolgt, genügt die Beschau durch eine kundige Person.

Die »kundige Person«
In Südtirol sind alle hauptberuflichen Jagdaufseher sowie mehrere Revierleiter in einem zweitägigen Kurs zur kundigen Person ausgebildet worden. Die Schwerpunkte dieses Kurses liegen im Erkennen von Auffälligkeiten bei einer Wildbeschau und hier speziell das Erkennen jener Umstände, unter denen ein erlegtes Stück Schalenwild als nicht genusstauglich angesehen werden muss. In Zweifelsfällen muss der zuständige Amtstierarzt konsultiert werden. Auch der Erleger selbst kann natürlich, wenn er mit dem Urteil der kundigen Person nicht einverstanden ist, den Amtstierarzt um eine Überprüfung des erlegten Stückes Wild ersuchen.

Neue Regeln für die Erlegung und Versorgung des Wildes
Unser Schalenwild ist nicht immer nach den Regeln der Lebensmittelhygiene erlegt und versorgt worden. Man denke an die schlechten Schüsse, die jeder schon einmal gesehen hat, das späte Aufbrechen, die unterlassene Kühlung, die Verschmutzung des Wildbretes. Die neuen Hygienebestimmungen sind diesbezüglich klar und streng. Wild, welches veräußert wird, muss spätestens drei Stunden nach dem Verenden aufgebrochen werden. Wenn dies nicht erfolgt, darf es nicht mehr in den Verkehr gebracht werden.
Erlegtes Wild, welches veräußert wird, muss spätestens 36 Stunden nach dem Erlegen von der kundigen Person begutachtet werden. Dabei überprüft die kundige Person den Wildkörper, aber auch die wichtigsten Organe.

Fünf verschiedene Organe vorzeigen
Eine Untersuchung durch die kundige Person ist nur möglich, wenn dem Wildkörper die wichtigsten inneren Organe beigefügt sind. Diese unbedingt vorzuzeigenden Organe sind: Herz, Leber, Lunge, Milz und Nieren. Wer also Wild erlegt und veräußern will und beim Erlegen keine kundige Person bei sich hat, der muss notgedrungen diese Organe mitnehmen, sie dem Wildkörper beifügen und somit eine Kontrolle durch die kundige Person ermöglichen. Dies soll nicht als unnötige Schikane empfunden werden. Denn ohne Organe kann der Gesundheitszustand eines Stückes nicht begutachtet werden.
Wer ein Stück Wild in eine Kühlzelle bringt, muss in einem geeigneten Behälter, etwa in Plastiksäckchen, die Organe dem Wildkörper beifügen, und zwar in einer Art und Weise, dass ganz klar ist, zu welchem Stück Wild die Organe gehören. Das gilt vor allem für den Fall, dass in einer Wildabgabestelle mehrere Stück Wild gleichzeitig aufbewahrt werden und der Untersuchung durch eine kundige Person harren.

Erstkontrolle durch den Erleger
Eine ganz wichtige neue Aufgabe kommt auf jeden Jäger zu. Er muss das Wildtier vor dem Erlegen auf eventuelle Verhaltensstörungen oder andere sichtbare Krankheitszeichen ansprechen. Sollte er solche Zeichen feststellen, muss er dies der kundigen Person, welche die Wildbeschau vornimmt, mitteilen. Nach dem Erlegen kommt eine zweite Aufgabe auf den Jäger zu. Er muss kontrollieren, ob Pansen und Gedärme auffällige Veränderungen aufweisen. Auch darüber muss der Jäger der kundigen Person berichten. Pansen und Darm werden nach dem Aufbrechen gewöhnlich im Revier belassen.

Kühlzellen
Zu den Zielen einwandfreier Wildbrethygiene gehört eine rechtzeitige Kühlung der Wildkörper. Sollten Kühleinrichtungen vorhanden sein, sind die Stücke schnellstmöglich dorthin zu bringen. Für die Kühlzellen gibt es eine Reihe von Vorschriften. Die Reviere sind darüber bereits mit einem Rundschreiben informiert worden.

Auswirkungen
Das nun umgesetzte Hygienepaket bewirkt einige Veränderungen in der Jagdpraxis. Wer Wild erlegt und veräußern will, muss sicher sein, dass er die Hygienebestimmungen einhalten kann. Ein Schuss spät am Abend ist zu überlegen, denn wenn das Stück erst am Morgen aufgefunden und aufgebrochen wird, ist es nicht mehr für die Veräußerung geeignet. Auch schlechte Schüsse können in Zukunft Folgen haben im Sinne, dass bei offensichtlicher Verschmutzung und beginnender Fäulnis ein Stück Wild als nicht mehr genusstauglich angesehen wird. Der Jäger wird mehr als bisher auf einen guten Sitz der Kugel achten müssen, wenn er sein Stück veräußern will. Was geschieht mit den nicht veräußerbaren Stücken? Wenn die kundige Person ein Stück als nicht geeignet für den Verkauf einstuft, dann verbleibt dem Erleger als einzige Möglichkeit der Selbstverbrauch, sollte er dies wagen. Man wird sich damit abfinden müssen, dass einzelne erlegte sowie die meisten tot aufgefundenen Wildtiere nicht genusstauglich sind und folglich auch regelrecht entsorgt werden müssen.

Positive Folgen
Sicher werden die neuen Bestimmungen zur Wildbrethygiene langfristig positive Auswirkungen für Jagd und Jäger haben. Das Wildbret ist das wichtigste Produkt der Jagd. Einwandfreies Wildbret ist ein hochwertiges Lebensmittel. Gerade in der Zeit der Fleischskandale greifen die Konsumenten vermehrt auf Wildfleisch zurück, weil es ein biologischeres Fleisch gar nicht gibt. Aber das Wildbret muss auch richtig versorgt und nach allen Regeln der Kunst behandelt werden. Und dazu wird die neue Wildbretverordnung ganz sicher beitragen.





 

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